Der kleine Burgführer

Rundgang durch die Burg Greifenstein, das Deutsche Glockenmuseum und die Barockkirche


1. Tiefes Gefängnis

Gotisches Gewölbe, Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut. Zuerst Tor, später Gefängnis - heute mit Folterwerkzeugen versehen.


2. Rondell

Runder Turm, seit 1684 mit einer Wendeltreppe als Aufgang der Dorfbewohner zur Schlosskirche. Die jetzige Auffahrt zum Kirchplatz wurde 1830 angelegt.


3. Glockenstuhl

Glockenstuhl aus Hüttenberg-Hochelheim. Die Glocke stammt aus dem 14. Jahrhundert. Gewicht 350 kg.


4. Rossmühle - Deutsches Glockenmuseum

Größtes Bollwerk (Geschützturm), 1620 von Graf Wilhelm I. zu Solms-Greifenstein (reg. 1602-1635) erbaut. In Belagerungszeiten konnte hier auch eine von Rössern angetriebene Mühle das Getreide mahlen. Seit 1984 beherbergt das Bollwerk das "Deutsche Glockenmuseum" mit der ältesten Glocke aus dem 11. Jahrhundert. Gegenüber Nachbau eines Gießhauses, funktionstüchtig.


5. Barockkirche

Eingang Schlosskirche vom Kirchplatz (Schütt). Sie ist auf die Katharinenkapelle aufgesetzt. Erbaut unter dem Grafen Wilhelm Moritz zu Solms-Greifenstein (reg. ab 1676). Baubeginn 1683, Weihe 1702. An der südlichen Empore hat sich der Künstler der Stuckarbeiten verewigt: "Jovanes de Paerni fecit 1686". Man zählt 72 Engel und Putten. In der Turmempore eine Orgel, neoromanischer Prospekt, der Firma Knauf in Gotha, 1869. Darunter die Wappen des Grafen Wilhelm Moritz und seiner Gemahlin Magdalena Sophia Landgräfin von Hessen-Homburg in Bingenheim. Die Katharinenkapelle wurde zwischen 1448 und 1476 erbaut. 1618 Einbau der Gruft mit Gedenkstein, Reste von Fresken sichtbar. Alter Zugang, 1603 überwölbt, führt in die Kasematten - kein Durchgang zur Rossmühle.


6. Burgrestaurant Greifenstein

Überdachtes Kellergewölbe, früher genutzt zur Vorratshaltung, heute Teil der Gasträume. Links vom Eingang an der Längswand außen unregelmäßiges Mauerwerk sichtbar, älteste Reste vor 1298.


7. Bollwerk: Der Kuchen

auch die "Münz" genannt, ist mit seinen Schießscharten und gewölbtem Innenraum noch ein vollständig erhaltenes Bollwerk von Graf Otto zu Solms-Braunfels (reg. 1459-1504), erbaut 1463. Einst befand sich östlich davon ein Anbau, in dem nach 1681 eigene Münzen geprägt wurden. Heute hat das Standesamt eine Niederlassung im hohen Gewölbe und man kann auf Wunsch hier Trauungen vornehmen.


8. Das Neue Tor

mit den früher darüber liegenden neuen Gemächern. Der untere noch erhaltene Komplex wurde 1603-1608 von Graf Wilhelm I. zu Solms-Greifenstein erbaut, der nur wenige Jahre später (vollendet 1615) einen Wohnbau mit Arkadengang (Renaissance) darauf setzen ließ.


9. Feuchtes Gewölbe mit Peter-Leppen-Pforte

Die Peter-Leppen-Pforte, erbaut 1462 und benannt nach dem ersten Torwächter, schließt an das davor gebaute Neue Tor an - nur noch in Ansätzen erhalten. Der noch gepflasterte Weg zur Oberburg führte weiter durch das Feuchte Gewölbe (1482) bis zum Ausgang Kirchplatz. Gewölbeansatz rechts noch vorhanden.


10. Südbastion

Dieser Geschützturm, nach außen vorspringend, ist seitlich der Peter-Leppen-Pforte. Dort befindet sich noch ein Ausfallschacht (Gitter von oben sichtbar), der vor die Mauer führt.


11. Langer Keller mit Durchgang zum Großen Burgkeller

Tonnengewölbe unter dem Küchenhof mit Eingang an der Freitreppe. Darin kleine Waffenkammer. Zugang zum großen Burgkeller, früher Weinkeller, der heute in die Gastronomie mit einbezogen und für größere Gesellschaftsfeiern geeignet ist.
Links vom Langen Keller hohe Mauer eines Stall- und Wirtschaftsgebäudes mit zwei noch erhaltenen Turmansätzen außen (Erker) und einstiger Tordurchfahrt.


12. Wohnbau mit Burgküche

Der Bau von 1475/76 besaß ursprünglich drei Stockwerke, an den Palas anstoßend. Im Erdgeschoss mit Küferei (überdacht). Durchgang zum inneren Burghof, weiter die Hof- und Gesindestube, daran Hausflur (Ern) mit Treppe nach oben und Burgküche seit 1687, darüber Grafenwohnung.


13. Palas

Hohe Mauer über dem Marstall, links noch eine zugemauerte gotische Tür sichtbar, ist Teil des mittelalterlichen Rittersaals oder Palas, als südlicher wehrhafter Abschluss der Kernburg nach 1381 erbaut.


14. Wendeltreppe

In der Burghofecke vorspringende steinerne Wendeltreppe (Treppenturm). 1687 Umbau und Erweiterung durch Graf Wilhelm Moritz zu Solms-Greifenstein.


15. Der Bergfried

Doppeltürme nach 1381 auf der alten Schildmauer aus dem 13. Jahrhundert errichtet durch Ruprecht Graf zu Nassau-Sonnenberg und Johann Graf zu Solms-Burgsolms, genannt Springsleben: der Nassauer Turm (rundes Dach) und der Bruderturm (spitzes Dach). Der Bruderturm beherbergt heute das Glockengeläut (3 Glocken). Im Inneren Türmerstube. Von oben großartige Sicht über die Burganlage und das Greifensteiner Land.


16. Bornkammern

Überdachtes Doppelgewölbe. Im rechten Raum befindet sich der ca. 20 m tiefe, heute zugeschüttete Leierbrunnen.


17. Bornsaal

Ein zwischen Bornkammern und Burghof gelegener Wohnbau mit sogenannten Frauenzimmern aus 1420. Umbau durch Graf Wilhelm I. zu Solms-Greifenstein 1605-1607. Größter Raum im Erdgeschoss, dann Bornsaal genannt.


18. Der Neue Bau

Östlich an den Bruderturm 1687-1693 angefügter Saalbau des Grafen Wilhelm Moritz zu Solms-Greifenstein, der begann, aus Greifenstein ein Barockschloss zu machen. Dieser Bau diente nur zu Wohn- und Repräsentationszwecken. Über einem älteren Flügel mit noch erhaltener Durchfahrt errichtet. Dieser Bau stand noch bis 1809 unter Dach. Von hier Blick auf die Reste des "Drachen".


19. Bollwerk Der Drache

Ein 1479 errichteter Geschützturm. Unteres Geschoss mit Maulscharten erhalten. Es hat die stärksten Mauern der Burg (bis 7 m). Seine Geschütze konnten Feuer speien wie ein Drache.