Burg Greifenstein
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Greifenstein
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Service, Information: Hugenotten-Wanderweg
»Bonjour« sagt man heute nicht mehr in den Hugenottendörfern Greifenthal und Daubhausen. Bis 1825 wurde hier jedoch nur französisch gesprochen.

Die Hugenottensiedlungen besaßen eine eigene Gerichtsbarkeit, französisch wurde in den Schulen gelehrt und in der Kirche gepredigt. Graf Wilhelm Moritz zu Solms-Greifenstein nahm die französischen Flüchtlinge 1686 in seinem Land auf. Nach der Überlieferung soll er die Hugenotten an einer Quelle im Wald, danach genannt »Welscher Born«, gefunden haben. Er ließ für sie das Dorf Daubhausen räumen. Die deutschen Bewohner wurden entschädigt und umgesiedelt. Da der Platz in Daubhausen nicht ausreichte, gab der Graf den Hugenotten noch seinen im Tal gelegenen Meierhof, um den 1690 das neue Dorf Greifenthal entstand.

Das vorwiegend von Bauern besiedelte Land profitierte von der Ansiedlung der Réfugiés (Flüchtlinge) mit ihren Manufakturen und Handwerkern. In Daubhausen und Greifenthal entstanden Hut- und Strupffabrikationen und auch der Seidenhandel blühte auf. Die Erzeugnisse wurden auf den Messen in Frankfurt, Hanau und Leipzig angeboten.Insgesamt wurden 445 Hugenotten angesiedelt.

Der Hugenottenbrunnen am Ortseingang von Greifenthal soll an die Ansiedlung der Hugenotten erinnern. Der französische Spruch »J'étais étranger, et vous m'avez accueilli« - zu deutsch »Ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen« - ist in der heutigen Zeit noch so aussagekräftig wie vor 300 Jahren. Die meisten Gründerfamilien von Greifenthal kamen aus der Dauphinè. Daher wurden die Wasserspeier als Delphine gearbeitet, die das Zeichen der Dauphiné sind. Das Wort »Résistez« - »widerstehet«, das Marie Durand in den Stein ihres Gefängnisses in Aigues-Mortes während ihrer 38-jährigen Gefangenschaft schrieb, ist mit dem Hugenottenkreuz ebenfalls an einer Seite des Brunnens zu sehen.

Der Hugenotten-Wanderweg
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